'vorführwagen' | GESTEN

< 28.-31. Oktober 2005
Mobile Videoprojektionseinheit, mit der ich in der Innenstadt von Dresden unterwegs war.

Gefördert von:
- Landeshauptstadt Dresden Kulturamt |
- Stiftung Kunst & Kultur der Stadtsparkasse |

Eröffnung [1:3o min]
[Video > Qualität [6 mb] > kleiner [2 mb]
[Quicktime > Qualität [6 mbb] > kleiner [3 mb]


Start: 28. Oktober 18.00 Uhr, Prager Strasse, vor dem ehemaliges Centrum-Kaufhaus, Dresden
Einführung: Torsten Birne

vorführwagen 'demonstration car' - die mobile Videoprojektion in der Innenstadt von Dresden thematisiert den Gebrauch menschlicher Gesten in der Öffentlichkeit. Die Innenstadt von Dresden hat eine Reihe von Umwidmungen erfahren, die in ihrer Gesamtheit homogenisierte Nutzungsoptionen schaffen. Als Folge davon wird das Verhalten in der Öffentlichkeit immer gleichförmiger und menschliche Gesten, als Ausdruck individueller Haltungen und Interessen, verschwinden oder ordnen sich den Ver|Geboten unter, die andere für den öffentlichen Raum postulieren.

Projektionsweg | Wilsdruffer Straße - Seestraße - Prager Straße - und zurück
Projektionszeit | 28. bis 31. Oktober 2005 in der Zeit von 18.00 - 20.00 Uhr
Der 'vorführwagen' wird während der Projektionszeit auf dem Projektionsweg unterwegs sein.

Was den Griechen die Arena der Redekünstler und den Römern die Arena der Gladiatoren war, ist dem aufgeklä¤rt liberalen Konsumenten die Innenstadt, doch beräumt von allem Geist, Schmerz und Tod. Aller Orten Verheißungen des Glücks, der Reinheit und der Schönheit. Jetzt fehlt nur noch die Umbauung, die Schwelle eines Übertritts ins Reich der Vollkommenheit. Die Innenstadt als öffentlicher Raum ist verschwunden, in ihr weit und breit kein autonom handelndes Subjekt. Der 'vorführwagen' schreitet zur Tat, nimmt den Wettkampf an und steigt in die Arena.

Der 'vorführwagen' vereint folgende Aspekte zeitgenössischer Aktivitäten, die Entwicklungen im öffentlichen Raum reflektieren: Kioskisierung und Homogenisierung. Die Arbeit nimmt den Begriff der 'Kioskisierung' auf, subsumiert ihn aber weitergehend auf eine 'an den Menschen' gebaute Apparatur [Verlängerung], die ohne Genehmigungspflicht im öffentlichen Raum agieren kann. Der 'vorführwagen' wird von einer Person mit sich geführt und kann seinen Standort permanent verändern. Er fällt somit nicht in den reglementierten Bereich des öffentlichen Raumes und öffnet die Tür für die weitergehende Intervention mittels der projizierten Videobilder. Hiermit verbindet die Arbeit den Begriff der 'Kioskisierung' mit der unmittelbaren Freiheit von Performances im öffentlichen Raum. Durch die 'an den Menschen' gebaute Apparatur offeriert der 'vorführwagen' ein System autonomer Subjekte im offentlichen Raum und unterläuft einen institutionalisierten Gestaltungswillen. So hat die Stadt Dresden für den Hauptbereich der Prager Straße Kioske bauen und aufstellen lassen, die in ihrer Erscheinungsform vollkommen identisch sind. Abzusehen ist, dass dieses Modell der Homogenisierung Schule machen wird.


'LiE!'

< 05. Mai - 4. Juni 2005
Gallery Raketa, Usti nad Labem, Billboart Gallery Europe
Arbeit im Rahmen der Ausstellung 'INTERMISSION'

Gefördert von:
- Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds |
- Ministerstvo kultury Ceske republiky |
- Mesto Usti nad Labem |
- Nadace pro soucasne umeni Praha |

Konzept: english | deutsch

Dokumentation [1 min]
[Video > Qualität [0,5 mb]
[Quicktime > Qualität [0,5 mb]

Video: [9:15 min] | Ausschnitt 1:29 min
[Video > Qualität [5 mb] > kleiner [3 mb]
[Quicktime > Qualität [8 mb] > kleiner [ 4 mb]


project LiE! - galerie raketa
[Usti nad Labem | Tschechien]







Das Projekt fordert zum LÜGEN als Modell individueller Freiheit auf. Drei Personen werden gebeten, den Inhalt einer Lüge weiter zu erzählen. Zu Beginn des Projektes in Usti­ nad Labem werden drei Themenreisen nach Dresden verlost. Für jede Reise existiert eine Videocollage, die eine Lüge über die Stadt Dresden konstruiert und damit das Thema der Reise vorgibt. Die drei Gewinner erhalten Unterlagen, die für eine tatsächliche Reise nach Dresden notwendig sind [Reisetickets, Unterkunft, Geld etc.]. Zusätzlich bekommen sie einen Umschlag mit 'SECRETS', um Orte und Situationen in Dresden entschlüsseln zu können, über die gelogen wurde. Es steht den Gewinnern frei, ob sie die Reise antreten. In jedem Fall werden sie gebeten, über ihre 'Themenreise' zu berichten. Hierfür können sie sich jeder visuell wahrnehmbare Form bedienen [Foto, Video, Zeichnung, Gegenstand etc.]. Die Ergebnisse der Reiseberichte werden die Videocollagen ergänzen.
Verlosung der Themenreisen: 04. Mai 2005 | Ausstellung der Reiseberichte: ab 24. Mai 2005

Themenreise I - hunt or be hunted
Gewinnen Sie eine Reise nach Dresden und gehen Sie dort zur Jagd.
Die Innenstadt von Dresden ist zum Jagdrevier erklärt worden. Nehmen Sie teil an der Jagd nach verlorenen Seelen und vergessenen Glücksversprechen. Die Schonzeit ist beendet. Seien Sie wachsam!

Themenreise II - feel free
Gewinnen Sie eine Reise nach Dresden und erstürmen Sie dort ganz neue Gipfel.
Die Wohnstätten von Dresden sind vollständig entwohnt und beräumt. Hierdurch konnte eine einmalige Silhouette geschaffen werden. Erfüllen Sie sich in Dresden ihre Gipfelträume!

Themenreise III - search for paradise
Gewinnen Sie eine Reise nach Dresden und finden Sie dort Arbeit.
Einige Randgebiete Dresdens konnten zu paradiesischen Orten verdichtet werden. An original nachgebildeten Stätten dürfen Sie sich in eine Epoche der Arbeit zurückversetzen lassen. Stehen Sie früh auf!

LiE! >>> 4. Juni 2005:
Offenbart wurde, dass es sich bei den ab dem 24. Mai ausgestellten Reiseberichten um Lügen handelt. Sie wurden nicht von den drei Gewinnern, sondern vom Initiator des Projektes 'LiE!' erstellt. Die drei Gewinner sind erst im August 2005 nach Dresden gereist und haben eine neue Lüge über Dresden konstruiert.


'zusammen fügen'

< 04.-11. September 2004
Videoprojektion auf dem Brückenpfeiler der Hochstrasse 'Löbtauer Brücke', Dresden
Arbeit im Rahmen des Stadt-teilentwicklungsprojektes Weißeritz, Strukturwandel im Stadtgebiet Löbtau, innerhalb von 'licht & spiele'

Video: [15 min] | Ausschnitt 2:10 min
[Video > Qualität [8 mb] > kleiner [2 mb]
[Quicktime > Qualität [8 mb] > kleiner [4 mb]


Projektion: Brückenpfeiler Hochstrasse 'Löbtauer Brücke'



Gegenstand der Arbeit war der durch Verdrängung und Verbauung 'zerstückelte' Lauf der Weißeritz im schrumfenden Stadtgebiet Löbtau. Dieser steht beispielhaft für das gesamte Gebiet. Ein Ort, an dem man vorbeifährt, dem man den Rücken kehrt. Die Geschichten und Potentiale sind verstellt durch den derzeitigen Zustand: eingeengt, verlassen und verfallen. Verborgen bleiben die Potentiale - urban angeschlossen, historisch gewachsen, abwechslungsreich [rauh bis romantisch].
Verbindendes Element ist die Weißeritz. Der Fluss - das ständige Erneuern, im Wandel der Jahreszeiten niedrig bis kraftvoll anschwellend. Er nimmt all die Erscheinungen des Gebietes geduldig in dem Spiegelbild seiner Wasseroberfläche auf und mahnt darin, den 'natürlichen' Fluss des Vergessens und Verfalls aufzuhalten.
Für die Videoarbeit wurden an der Weißeritz Motive aufgespürt, die in ihrem spiegelndem Charakter den derzeitigen Zustand reflektieren. Durch den Videoschnitt [Spiegel, Wiederholung etc.] wurden Bild-Kompositionen erzeugt, die die Weißeritz mit ihrem Gebiet in fiktiver Gestalt zusammenfügen. Diese Videobilder wurden darüber hinaus wiederum so miteinander kombiniert, dass sie ähnlich einem Kaleidoskop erscheinen. Dieser spielerische Moment motivierte die Bewohner zu einem 'haltlosen' Äußern eigener Ideen|Sehnsüchte|Wünsche für die Gestaltung und bestärkte sie, ihre eigenen Ansprüche einzufordern.

Die Videoprojektion fand genau an dem Ort statt, der als Grundmotiv der Videoarbeit diente.


[hard work]

< 03.-07. Oktober 2003
Kulturpalast, außen, Schlossstraße
Videoprojektion zum Thema 'Wandel der Arbeit' auf dem mit einer grünen Gaze abgehängtem Wandbild 'Der Weg der roten Fahne' [30 m x 10 m].

Gefördert von:
- Hypo-Kulturstiftung |
- Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse |

Eröffnung [1 min]
[Video > Qualität [3 mb] > kleiner [1 mb]
[Quicktime > Qualität [2 mb]

Video: [9:58 min]
[Video > Qualität [16 mb] > kleiner [4 mb]
[Quicktime > Qualität [14 mb] > kleiner [6 mb]


Projektion:
Wandbild 'Weg der roten Fahne



Das Projekt [hard work] hinterfragt unsere Vorstellung von Arbeit, die nach wie vor mit dem Begriff der Erwerbsarbeit gleichgesetzt wird. Absehbare inhaltliche und strukturelle Veränderungen der Erwerbsarbeit werden jedoch Modifizierungen des Arbeitsbegriffs notwendig machen, da die Erwerbsarbeit die mit ihr verknüpfte Funktion einer Ordnungs- und Sinnstiftung in der Gesellschaft nicht mehr allein auszufüllen vermag. Die Bezugspunkte unserer Vorstellung von Arbeit gilt es daher neu zu überdenken. Die Projektion thematisiert deshalb ein erweitertes Verständnis von Arbeit, das über den klassischen Begriff der Arbeit als Erwerbsarbeit hinausgeht und auch die Bereiche der Tätigkeiten umfasst, die in der Regel unentgeltlich erfolgen, z.B. in der Familie [u.a. Kinderbetreuung, Pflege] oder innerhalb von Interessengruppen [z.B. Vereinsarbeit, soziales und kulturelles Engagement]. Dieses neue Verständnis von Arbeit sollte sich in einem aktiven Diskurs über die Generationen hinweg entwickeln, damit die Neubewertung im Rahmen gesellschaftlicher Wertevermittlung stattfindet und verankert wird.
Video I erzählt die fiktive Alltagsgeschichte einer Familie [Vater, Mutter, Tochter]. Die einzelnen Familienmitglieder üben unterschiedliche Tätigkeiten aus, die ihren Alltag bestimmen. Vater und Tochter sind 'Erwerbsarbeiter', die Mutter dagegen ist unbezahlt tätig. Im gemeinsamen Alltag findet jedoch kein Austausch über ihre Erlebnisse statt, da sie ihre Tätigkeiten im Verständnis von Arbeit noch unterschiedlich bewerten. Die überspitzt dargestellte Sprachlosigkeit steht für die noch nicht existente gesellschaftliche Anerkennung tätiger, doch unbezahlter Arbeit.
Das Wandbild als Hintergrund für die Projektion schafft einen Bezug zu einer Zeit, als das heute tradierte Verständnis von Arbeit in der Lage war, Gesellschaften zu tragen [Zeitfenster]. Die Vielschichtigkeit der Erfahrungen bei der Auseinandersetzung mit der heutigen Arbeitsrealitt und mit den ererbten Vorstellungen zur Arbeit wird mit der Verbindung von Projektion [heute] und Wandbild [gestern] deutlich. Die Projektion der Videos auf dem Kulturpalast knüpft sinnbildlich eine Verbindung zu den im kulturellen Bereich existierenden unbezahlten Tätigkeiten.


[mirror area]

< 05.-28. Juli 2002
Prager Straße, Dresden
Spiegelinstallation [zwei Spiegel 4 m x 7 m] zum Thema: Autonomie und Partizipation im öffentlichen Raum, Fokus auf einen Moment der Architektur-geschichte der DDR, Kennzeichnung des ehemaligen Standortes des Denkmals 'Völker-freundschaft' von Wolf-Eike Kuntsche.

Gefördert von:
- Landeshauptstadt Dresden, Kulturamt |
- Kommission Kunst im öffentlichen Raum |
- Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse

Eröffnung [1:58 min]
[Video > Qualität [7 mb] > kleiner [3 mb]
[Quicktime > Qualität [7 mb] > kleiner [3 mb]



Die Installation bestand aus zwei Spiegelwänden [jeweils 4 x 8 Meter], die die Weite und Offenheit der Prager Straße spielerisch für die Wahrnehmung verstärkten. Damit wurde der Fokus auf eine Intention zur Zeit der Fertigstellung [1978] gelegt und stellt diese in die aktuelle Diskussion modernistischer Architektur. Hierfür wurde die Ecksituation des Fußgängerbereichs in Höhe Ufa-Rundkino ausgewählt. Konkret am ehemaligen Standort des Denkmals "Völkerfreundschaft" von Wolf-Eike Kuntsche. Das Rundkino wurde durch die Spiegelung an diesem Ort innerhalb der Prager Straße wieder sichtbar und damit zum neuen temporären Denkmal deklariert. Der frontal gestellte Spiegel gab die Sichtachse Richtung Hauptbahnhof in die Prager Straße zurück. Weiteres Wesensmerkmal der Installation war die Eigenart des Spiegels: Der Betrachter belebt durch seine Anwesenheit und Aktion [blicken, schauen, suchen] das Werk. Die intendierten Spiegel-Abbilder waren zudem erst dann erfahrbar, wenn der Betrachter auch sein eigenes Spiegelbild im Abbild der Prager Straße wahrnahm. Dem Betrachter wurde damit seine eigene Bedeutung im Wertesystem öffentlicher Orte verdeutlicht und offeriert, eigene Wertungen, insbesondere zur Prager Straße, damit aber auch allgemein zum belebten Innenstadtraum, zu reflektieren. Begleitende Aktion: Zum Erkunden der intendierten Spiegel-Abbilder waren Schriftzüge im Einzugbereich des Spiegels im öffentlichen Raum angebracht. Die konkreten Zusammenhänge der Schriftzüge waren dann im Spiegel-Abbild zu lesen, wenn der entsprechende Standpunkt [<>] vor den Spiegeln betreten wurde. Schriftzüge: stehen <> bleiben | wahr <> nehmen | fort <> gehen

[pieces]

< 13.-27. Mai 2001
Hauptstraße, Dresden [ehemaliges Gebäude der Jugendbibliothek]
Installation [Schaufenster: 20 m]: Ausgestellt wurden Porträts der Personen, mit denen im Rahmen von project 2000|193 Augenkontakt bestand.

Gefördert von:
- Freistaat Sachsen, Regierungspräsidium |
- Landeshauptstadt Dresden, Kulturamt |



Eröffnungsansprache [Auszug] - 13.05.2001 - Dresden, von Dr. Christian Janecke
Der für uns nicht betretbare Raum zeigt - ungefähr in Kopfhöhe - Porträts Beteiligter, die allesamt in Dresden, in Fröbels Atelier entstanden sind, gestaffelt von hinten nach vorn entsprechend dem Verzweigungsstammbaum der Kontaktschließungen. Eher als Beiwerk und als paradigmatischer Einblick verstehen sich die ausgestellten Briefe von Teilnehmern, die ebensoviel von ihrer persönlichen Bindung an Probleme - und nicht nur architektonischer Art - in ihrer Heimat künden, wie sie den Verlust ahnen lassen, der in den ereits erwähnten Filterungen des Projektes liegt. Es stellt sich hier vehement eine Frage, die derzeit sehr kontrovers diskutiert wird, nämlich inwiefern ein Kunstprojekt überhaupt an externe Beschauer adressiert ist und inwiefern es im Gegenzug nurmehr ein Sinnaggregat darstellt, das zwischen dessen Urhebern entsteht und zirkuliert. Der Einwand, viele Dinge und Projekte seien doch so beschaffen, ist sicher nicht falsch, nur dass es hier wie in anderen ähnlich gelagerten Fällen um Kunst geht, die das öffentliche Forum sucht, die auch auf öffentlicher Unterstützung basiert. Eine Lösung dieses Konflikts ist nicht allgemeingültig formulierbar. Häufig ist es jedoch so, dass allein schon die Art einer eher intern adressierten Projektzusammenkunft musterbeispielhafte Qualitäten hat. M.a.W.: Wir als Betrachter sehen am Projekt vielleicht nur Bruchteile - was wir aber eigentlich sehen und begreifen können, ist der Umstand, dass und wie etwas zustande kam, das uns zu großen Teilen vorenthalten wird. Dies freilich verlangt, um als Entschädigung durchgehen zu können, stets neue, originell konstruierte Projekte - und zwar weniger hinsichtlich des Inhaltes als eher hinsichtlich des Getriebes. Andererseits - das sei schlussendlich angemerkt - stellt die hier gezeigte Präsentation eine subtile und durchaus anschauliche Entsprechung an die erörterte Problematik dar, insofern wir nämlich - wie alias bei Boltanski - mehr mutmaßen als wissen können über die eindrücklich Porträtierten, und indem wir sie zwar in physiologischen Sinn sehen können, im eigentlichen Sinne aber etwas anderes geschieht: dank unserer Aussperrung und der Schaufenstersituation bleiben sie unter sich - obwohl en face zu uns. Das heißt, wir sehen diese Menschen nicht eigentlich, sondern bekommen gezeigt, dass wir sie sehen.